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Zuchtrichtungen
Die Zuchtrichtungen des Braunviehs im Allgäu, in der Schweiz und in Österrreich unterschieden sich vor der Einkreuzung mit Brown-Swiss-Blut sehr deutlich.
Aus den landwirtschaftlichen Lehrbüchern von Prof. Dr. Guido Krafft, Wien, Tierzuchtlehre, dritter Band, Verlagsbuchhandlung Paul Parey 1918 und von
Thomas Camenzind, Handbuch der Rinderzucht und -Pflege, 14. Auflage 1938, Deutsche Tierzucht-, Verlags- und Handelsgesellschaft Andrist & Co, Leipzig lassen sich recht eindrucksvoll die Unterschiede bei den “einfarbigen
Gebirgsrassen” entnehmen.
Das graubraune Höhenrind im Allgäu Trotz Einkreuzung von Schweizer Braunvieh, vornehmlich aus den Kantonen
Schwyz und Graubünden, schon seit den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts hat sich im Allgäu ein eigener Typ gehalten. Prof. Krafft beschreibt 1918 die durchschnittliche Kuh mit 130 cm Widerristhöhe, einem Gewicht von
450-500-650 kg und einer Milchleistung von 2100-3000-4000 kg bei 3,66% Fett. Ende 1936 betrug bei 30121 Abschlüssen die durchschnittliche Leistung 3324
kg bei 3,67% Fett. Einzelheiten über die züchterische Entwicklung des Allgäuer Braunviehs sind der Seite ”Württembergischer Braunviehzuchtverband bis 1965” zu entnehmen.
Das Schweizer Braunvieh Prof. Krafft gibt für die Schweizer Braunvieh-Kuh eine Widerristhöhe von
130-150 cm an. Das Gewicht betrug 500-600-800 kg. Die Milchleistung konnte je nach Höhenlage und Fütterung im weiten Bereich von 2000-3300-6000 kg bei 3,6% Fett schwanken. Camenzind berichtet in
seinem Handbuch der Rinderzucht, dass zwei Drittel von 5633 geprüften Kühe eine Leistung von mehr als 4200 kg Milch bei 3,9% Fett aufwiesen. Leider fehlt hier das Datum der Erhebung. Die Festschrift des Schweizer
Braunviehzuchtverbandes nennt im Jahr 1935 bei 4702 Abschlüssen eine Milchleistung von 4033 kg. Dies wurde interessanterweise erst 1975 mit 4126 kg übertroffen. Die Vergleichbarkeit dieser beiden Jahre dürfte
sich jedoch in Grenzen halten, da 1975 bereits 186750 Standardabschlüsse zu Grunde lagen.
Das graubraune Gebirgsvieh in Österreich An erster Stelle ist hier das Montafoner Rind zu nennen. Die Widerristhöhe
betrug nach Krafft 125 cm. Das Gewicht pendelte zwischen 400-500 kg. Die Milchleistung wurde von Prof. Krafft mit 2500 bis 3000 kg angegeben, während Camenzind später 2800 bis 3800 kg bei 3,5-3,8% Fett nannte. Desweiteren ist
hier noch der Oberinntaler Schlag zu erwähnen. Es war das kleinste aller österreichischen Höhenschläge mit einem Gewicht im Bereich von 250-300-400 kg. Camenzind benennt die Milchleistung bei rund 1000
Abschlüssen mit 2600 kg bei 3,7% Fett. Prof. Krafft listet im weiteren noch den Rendenaschlag (Tirolervieh), den Lechtaler Schlag, den Etschtaler Schlag und das Mürztaler Rind (Ostalpines Graunvieh) auf.
Hier geht’s weiter: Ursprung und Entwicklung in der Schweiz
Württembergischer Braunviehzuchtverband bis 1965
Allgäuer Herdebuchgesellschaft bis 1965
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